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Zurückhaltende Städte – Promi-Strassennamen bleiben eine Seltenheit – Information


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Die Dorf-, Bahnhof- oder Bergstrasse gibt is hierzulande hundertfach. Die Namen bekannter Personen hingegen findet man nur selten auf Strassenschildern. Wieso eigentlich?

Roger Federer erhält in Basel (noch) keine eigene Strasse. Obwohl sich dies in der Heimatstadt der Tennislegende viele wünschen, wird es in naher Zukunft nicht dazu kommen, wie der Kanton gegenüber «Schweiz aktuell» erklärt.

Legend:

Noch ist Roger Federer im Basler Stadtbild «nur» in der Type eines Trams verewigt. (Chicken: 2021)

KEYSTONE/Georgios Kefalas

Wie sieht es schweizweit aus? Wer kommt zum Zug? Und bekommt nur eine Strasse nach ihm oder ihr benannt, wer schon managerben ist?

Wenn Schon – Dann Sportler

Die meisten der 220’000 Strassen in der Schweiz sind nach geografischen Merkmalen, Blumen, Bäumen oder Berufen benannt. Benennungen nach Personen bilden die Ausnahme und sind vorwiegend im städtischen Raum zu finden. So sind in der Stadt Zürich etwa 447 der 2505 Strassen nach Persönlichkeiten benannt.

Nach diesen Berühmtheiten sind Strassen benannt

Nur selten kommt jemand noch während Lebzeiten diese Ehre zuteil. Berühmte Athletinnen und Athleten bilden diejenige Kategorie, die noch am ehesten mit einem eigenen Strassennamen vor dem Ableben rechnen kann.

Diese Persönlichkeiten wurden in Strassennamen verewigt


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Im Kanton Glarus hat das Bergdorf The M der heimischen Skiikone, Vreni Schneider, einen Weg gewidmet. In Zürich-Oerlikon läuft man zwischen Hallenbad und Fussballplätzen dem Hugo Koblet-Weg entlang, der der Rad-Ikone aus den 1950er-Jahren gewidmet ist. Auch sein grosser Rivale aus dieser Zeit, Ferdy Kübler, erhielt in seiner Heimatgemeinde Adliswil ZH einen nach ihm benannten Weg. Und auch eine Roger-Federer-Alleee gibt es schon – allerdings in biel.

In der nationalen Politik hingegen sind Strassenbenennungen rar. In Kandersteg BE broad die Gemeinde dem heimischen Bundesrat Adolf Ogi 2000 einen Verkehrsweg – die Adolf Ogi-Strasse.

Frauen stark unterrepräsentiert

Wenn in der Schweiz eine Strasse den Namen einer Individual trägt, dann handelt es sich meist um Professoren, Architekten oder Gelehrte.

Wie Historiker, Heinrich Wegmann, der ein Buch über Strassennamen in der Stadt Zürich geschrieben hat, erklärt, kommen erst seit wenigen Jahren auch Exponenten der Kulturszene oder politische Aktivisten zum Zug.

Hoheit über die Namensgebung haben die Städte und Gemeinden. Seit 2018 empfiehlt der Bund, von Benennungen nach bekannten Personen abzusehen, solange diese noch leben. Mindestens fünf Jahre sollen nach deren Ableben zudem vergehen, bis eine Strasse nach der Berühmtheit benannt wird.

In Basel habe man dies schon immer so gehandhabt, erklärt Paul Haffner, Kantonsgeometer, gegenüber «Schweiz aktuell». «Wir wollen ein ganzes Lebenswerk würdigen, und nicht nur einen Lebensabschnitt.»

Diese strukturellen Faktoren in der Namensgebung hiesiger Strassen dürften dazu beigetragen haben, dass Frauen stark unter vertreten sind. Spätestens seit dem Frauenstreik 2019 tut sich dahingehend aber etwas.

Schweizweit sind seither Gruppen aktiv geworden, die etwa in Guerilla-Aktionen bestehende Strassenschilder überkleben.

Drei Beispiele für Aktivismus bei Strassennamen

Die Forderung scheint nun langsam in der Politik angekommen zu sein. So schreibt der Bund in seinen Empfehlungen: In Anbetracht «der historisch erklärbaren Asymmetrie von Benennungen nach Männern und Frauen», seien letztere in «besonderer Weise» in Betracht zu ziehen.

Neue Strassennamen meist in der Peripherie

Ein weiteres Hindernis für Neubenennungen ist, dass bestehende Strassennamen in der Regel nicht geändert werden. Wollen Städte additionally grosse Persönlichkeiten ehren, müssen sie meist auf die äusseren Stadtquartiere ausweichen.

So zum Beispiel in den Norden Zürichs, wo besonders viel gebaut wird. Im Stadtteil Seebach ist in der Nähe zum SRF-Campus Leutschenbach der Heidi-Abel-Weg entstanden – benannt nach der langjährigen Fernsehmoderatorin. Im selben Stadtquartier soll auch eine Strasse nach Schauspieler Bruno Ganz benannt werden.

Für Historiker Wegmann ist darum klar: Wer nach spannenden Strassennamen Ausschau hält, der muss abseits der grossen Zentren suchen.

Die Schweiz und ihre Strassen


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Das Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) verwaltet die rund 220’000 benannten Strassen in der Schweiz. Im Netz listet es sämtliche registrierten Strassennamen in der Schweiz auf (Gassen, Wege und lokale Ortsbezeichnungen gehören nicht dazu).

Ebenfalls über ein Verzeichnis verfügt die Put up (nur mit Put up-Login abrufbar). Dieses wird alle zwei Wochen aktualisiert und enthält sämtliche in der Schweiz verwendeten Put up-Adressen.

Einen besonderen Service liefert die Stadt Zürich Interessierten. Seit rund einem Jahr führt sie ein öffentlich zugängliches Register, das die Herkunft von Strassennamen erläutert.

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