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Unternehmen Madebymade aus Pegau spellt aus Fliegenlarven Dünger her

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Herr der Larven: Wie Pegauer Insektenzüchter aus Fliegennachwuchs Dünger herstellen

Kai Hempel kontrolliert, wie weit sich die Larven schon durch das Futter gefressen haben.

Pegau. Er ist schon so etwas wie der Herr der Larven: Kai Hempel geht mit dem Nachwuchs der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) auf Tuchfühlung, füttert die Larven, schaut ihnen beim Wachsen zu. Mit anderen Worten: Er hegt und pflegt sie. Zusammen mit dem Biologen Jonas Finck und mittlerweile zwölf Mitarbeitern. Der Grund für die Zuwendung: Das Group des Pegauer Unternehmens Madebymade nutzt die kleinen Tierchen für die Herstellung von Dünger.

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Seit nunmehr 2018 existiert die Firma, die im Pegauer Ortsteil Thesau Insektenproteine ​​für die Futtermittelindustrie produziert. Heißt: Die Larven gibt es in lebender und in getrockneter Kind – als Futter für Kleintiere wie Vögel, aber auch für Haustiere wie Hunde. Madebymade stellt aber noch etwas anderes her: Proteinmehl und -öl. Beides findet vielseitige Anwendung in der Futtermittelindustrie. Seit einiger Zeit nun gibt es darüber hinaus auch Pflanzendünger, gewonnen aus den Hinterlassenschaften der Larven. Vier Tonnen entstehen täglich.

Madebymade aus pegau stellt Dünger aus Larven her

Madebymade aus pegau stellt Dünger aus Larven her

Die Futtermischung

Grundlage ist zunächst eine Futtermischung für die kleinen Maden aus Weizenpülpe und Kleie – additionally Reststoffe der Lebensmittelindustrie. Beides kommt tanklasterweise aus Zeitz – 20 Tonnen täglich. Ist das alles da, beginningnen Hempel, Finck und die Mitarbeiter mit dem Kochen. „Wir verwenden Nass- und Trockenreststoffe für die Mischung. Die hat dann in etwa die Konsistenz von Grießbrei“, erklärt Hempel.

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Anschließend werde die zähe Masse in sogenannte Mastwannen gefüllt, etwa 250 Kilogramm Futtermischung passen hier jeweils rein. Und dann beginnt für den fünf Tage alten Nachwuchs der Fliegen das große Fressen. Hunderttausende Larven werden auf die Futtermischung gesetzt, acht Tage lang haben sie nun Zeit, sich wie im Schlaraffenland durch den Brei zu futtern. Während der Mast müssen die Tiere gewärmt oder gekühlt werden, denn je größer die Larven werden, desto höher werden die Temperaturen in der Mastwanne.

Die Dunger manufacturing

Ausgediente Schiffscontainer beherbergen nun während der acht Tage die Wannen. Insgesamt passen 72 solcher Mastwannen in einen Container. Heißt: Millionen und Abermillionen kleiner Maden haben bei Wärmeregulierung und Futter den Himmel auf Erden. Doch danach wird es etwas ungemütlich. Zunächst einmal werden die Wannen nacheinander in ein Sieb entleert. Während die nun etwa zwei Zentimeter großen Larven aufgefangen werden, landet der Dünger in anderen Behältern. „Etwa fünf Prozent der Larven nutzen wir zur Reproduktion. Das heißt, dass aus diesen fünf Prozent wieder Fliegen werden“, erklärt Hempel. Der Relaxation der Insektenlarven werde verarbeitet – getrocknet oder lebend eingetütet und verkauft. Die benutzten Wannen selbst kommen zur Reinigung in eine Artwork riesige Spülmaschine.

Fertig ist der Dünger allerdings nach all dem noch nicht. Vielmehr muss er noch wärmebehandelt und in Pellet-Kind gepresst werden. „Das machen wir aber nicht hier in Pegau, sondern bei entsprechenden Anbietern“, erklärt Hempel. Von dort aus werde das fertige Produkt dann auch verschickt.

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Die Wirkung des Dungers

Da durch die Herstellung des Düngers aus Fliegenlarven Chitin anfällt, kommt dieser Stoff schließlich auch in die Erde. „Die Pflanzen erkennen in dem Chitin – weil es unter anderem in Insekten und Pilzen vorkommt – eine Artwork Fressfeind“, erklärt Jonas Finck, der als Biologe zusammen mit Hempel das Startup-Unternehmen gegründet hat. Daraufhin würden die Pflanzen eine gewisse Immunantwort entwickeln – die da so aussieht, dass Gemüse, Obst und auch Rasen schneller wachsen. Denn je mehr die Pflanze dem „Fressfeind“ entgegenzusetzen habe, desto unempfindlicher werde sie.

Die Product

Nach der Ernte der Hinterlassenschaften der Larven wird der unfertige Dünger wärmebehandelt und in Pellets gepresst. Dann ist das fertige Produkt bereit für den Versand. Bestellt werden können Dünger, getrocknete und lebende Larven bei Madebymade in Pegau über die Internetseite, darüber hinaus sind die Produkte mittlerweile auch in Baumärkten und Supermärkten wie Leitermann und Netto zu finden. Außerdem über den Onlineshop Düngerexperte. Vor allem Kleingärtner, Gartenbesitzer und alle mit grünem Daumen oder Balkon sind angesprochen.

Theoretisch wäre der Dünger auch für die biologische Landwirtschaft geeignet. Doch wegen der Wärmebehandlung, die ja viel Energie frisst, aber in der Düngemittelverordnung festgeschrieben ist, ist er vielen Landwirten letztlich zu teuer.

In den nächsten Tagen ist Madebymade in Berlin bei der Grünen Woche mit einem Stand vertreten. Hier wollen Kai Hempel und Jonas Finck mit vielen Menschen ins Gespräch kommen, um ihre Produkte weiter zu vermarkten.

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Learn extra: Futter aus Kitzen: Die Soldatenfliege als Proteinlieferant

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