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Unternehmen erhöhen die Preise für die Kunden

  • BUSINESS

burgdorf. „Es ist einfach nur beschissen“: Jan-Philip Reinacher, geschäftsführender Gesellschafter des Fitnessparks Burgdorf, findet klare Worte mit Blick auf die stark steigenden Energiekosten. Sein Fitnessstudio de he gehört zu den Kunden der Stadtwerke, die in den vergangenen Tagen die Data über Preiserhöhungen für Strom und Gasoline erhalten haben. Um das Geschäft aufrechterhalten zu können, müsse er die Preiserhöhungen an seine eigenen Kunden weitergeben. Dabei steht der Studiobesitzer nicht allein da, wie eine Umfrage unter Burgdorfer Unternehmen ergab.

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Reinacher plant deshalb, mit einer Energiekostenpauschale die Mehrkosten in Teilen aufzufangen. Diese liege bei 29,90 Euro und werde halbjährlich eingezogen. Gedeckt seien die Kosten damit längst nicht, sagt er. Selbst mit der zusätzlichen Einnahme believefen sich die Energiekosten auf das Vierfache. Die Energiekostenpauschale sei daher unausweichlich, convey aber ein neues Drawback mit sich.

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„Die Leute sind eh schon betroffen“, sagt Reinacher. Seinen vielen langjährigen Kunden habe er die Nachricht in persönlichen Gesprächen nur „sehr ungern“ überbracht. Zwar habe der Großteil die Mehrkosten akzeptiert. Der Unternehmer rechnet für das nächste Jahr dennoch mit einer Kündigungswelle. Ohnehin sei seine Branche durch die coronabedingten Studioschließungen während der Lockdowns schwer angeschlagen. Vor diesem Hintergrund könne er die hohen Energiekosten nicht verstehen. „Die Huge Participant kriegen alles, wir haben nur zu reagieren.“

Friseursalon fönyx in Burgdorf: Lohnerhöhungen für Mitarbeiter

Im Friseursalon fönyx drehen sich die Gespräche der Kundinnen und Kunden schon länger um die höheren Preise für Strom und Gasoline. Zu Beginn dieser Woche erhielt Inhaberin Jutta Nieberg dann die Auswirkungen auf ihren Betrieb schwarz auf weiß von den Stadtwerken. Demnach kämen auf sie Energiekosten in doppelter Höhe zu. Nach einer ersten Kalkulation rechne sie mit annähernd 2500 Euro höheren Kosten für Strom. Für Gasoline sogar mehrere Tausend Euro im Jahr. Zudem müsse sie mit Mehrkosten für Materialien kalkulieren, die um etwa 10 Prozent gestiegen seien.

Nieberg entschied sich – wie andere Handwerkerinnen und Handwerker auch – dafür, die Preise für Haarschnitt, Färben und Föhnen um 20 Prozent zum 22. November zu erhöhen. Dabei gehe es ihr nicht ausschließlich um diese Kosten, betont die Friseurmeisterin nachdrücklich. Denn schon vor der Einführung des Mindestlohns zahlte sie ihren Beschäftigten einen höheren Stundenlohn. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchte ich in der jetzigen Scenario nicht im Stich lassen, weil sie ja auch im non-public Bereich finanziell mehr stemmen müssen“, sagt sie.

Deshalb bleibe sie ihrem Grundsatz treu, höhere Löhne als gesetzlich vorgeschrieben zu zahlen. Die Kunden hätten bislang Verständnis gezeigt und weiter Termine vereinbart, wie Nieberg sagt. Denn: „Sie wissen, was sie an uns haben.“

Nieberg erkennt wie Reinacher ein Gerechtigkeitsdefizit: Sie hätte sich eine Übergewinnsteuer gewünscht, mit denen die kleinen und mittelständischen Firmen eine Unterstützung hätten erhalten können. Letztlich müssten sie – nach der Corona-Pandemie – aus eigener Kraft erneut ihre Unternehmen retten.

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Blumen Binner: Inhaberin plant zunächst keine Preiserhöhungen

Eine Ausnahme unter den befragten Unternehmen stellt das Blumenfachgeschäft Blumen Binner dar. Zwar ist auch Inhaberin Lisa Walter von den Stadtwerken über die steigenden Energiekosten in Kenntnis gesetzt worden. Preiserhöhungen aircraft sie aber erst einmal nicht. Allerdings hat Walter nach eigenen Angaben auch die Kosten noch nicht neu kalkuliert.

Dennoch erwarte sie für das nächste Jahr höhere Preise für die Kunden, weil die Blumen aus energieintensiven Gewächshäusern stammten. Der Grund: „Wenn die Einkaufspreise steigen, steigt der Verkaufspreis auch.“ Da den Unternehmen bezüglich der Energiepreise die Hände gebunden seien, will Walter nun schauen, wie und wo sie in den nächsten Monaten sparen kann.

All zu umfassend sei das Thema Strom- und Gaspreise behandelt worden, findet Bäckermeister Peter Rückriem, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei. Er will sich zu den hohen Energiepreisen, die auch sein Handwerk de él hart treffen, nicht öffentlich äußern.

Von Jakob Buddenbohm

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