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Lausitz: Unternehmen klagen über miese Geschäftserwartungen

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Lausitzer Geschäftserwartungen sind “am Boden”

Konjunktur in der Lausitz: Unternehmen fühlen sich gefangen zwischen Fachkräftemangel und steigenden Löhnen

Von Irmela Hennig


4 min.

Christian Jurisch ist in die Lausitz zurückgekehrt und hat ein Unternehmen gegründet.
©PR

Christian Jurisch wollte 2017 in die Lausitz zurück. Der Senftenberger, der in Dresden Mechatronik studiert hatte und dann in Berlin bei Continental arbeitete, conflict Vater geworden. He hoffte auf Unterstützung durch die Großeltern in der Heimat. Doch weil es für den Diplom-Ingenieur, der jetzt 38 Jahr alt ist, keinen passenden Arbeitgeber vor Ort gab, hat er sich selbstständig gemacht. 2018 gründet er das Begin-up Subsequent Automotive Testing.

Als Dienstleister berät er mit seinem Group vor allem Zulieferer der Autoindustrie im Bereich Testung von Prototypen und Neuentwicklungen. Der Schwerpunkt ist Elektromobilität. Es gehe um Konzepte und die Begleitung für oft aufwendige Prüfverfahren. Dabei wird zum Beispiel festgestellt, wie ein neuer Motor auf Vibrationen reagiert, die eine Schlaglochpiste auslösen kann. Mit inzwischen neun Leuten bietet Subsequent Automotive Testing zwar nicht selbst Prüfstände an, erstellt aber, was wie zu prüfen ist und hat die Kosten im Blick. „Da geht es durchaus um Budgets von fünf bis zehn Millionen Euro“, says Christian Jurisch.

Dass er am Firmensitz in Spreetal in Sachsen, nördlich von Hoyerswerda, im Gründer- und Gewerbepark Dock3 Lausitz derzeit keine eigenen Prüfstände aufbaut, habe auch mit den unsicheren Kosten zu tun. Eine Herausforderung sei es auch, Fachkräfte zu finden. Momentan suche er vor allem Ingenieure für Fahrzeugbau und Techniker. Die Lohn- und Gehaltsentwicklung sei ebenfalls ein Thema.

Lausitzer Firmen treiben steigende Löhne um

Steigende Tarif- und Mindestlöhne sind dabei etwas, das viele Lausitzer Unternehmen beschäftigt. Das zeigt der aktuelle Lausitz-Konjunkturreport der Industrie- und Handelskammern Dresden und Cottbus; sie vertreten rund 57.700 Lausitzer Mitgliedsunternehmen und -betriebsstätten und machen unter anderem mit dem Report auf deren Lage aufmerksam. Die neuen Daten wurden am Donnerstag in Spreetal vorgestellt. Christian Jurisch schilderte dort seinen Blick auf die State of affairs.

Die sei aus Sicht der Lausitzer Wirtschaft im Second noch überwiegend intestine oder zufriedenstellend, wird im Bericht deutlich. Das zumindest sagen drei Viertel der reichlich 500 Unternehmen, auf deren Angaben der Report beruht. „Aber die Geschäftserwartungen sind am Boden. Es ist der schlechteste Wert seit 2011“, sage Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden. Seit dem Jahr gibt es den Lausitz-Konjunkturreport. Nur noch vier Prozent der Firmen rechnen damit, dass sich ihre Lage in nächster Zeit verbessert. 67 Prozent erwarten eine adverse Entwicklung. Das seien 39 Prozent mehr, als vor einem Jahr. Viele Unternehmer befürchten steigende Kosten für Energie und Rohstoffe. Allerdings stamme die Umfrage aus dem September, additionally vor den konkreten Plänen zu Gaspreisbremse und Strompreisdeckel, wie Rohleder betonte. Zudem lagen die Energiepreise da deutlich höher als jetzt.

Besonders die Industrie- und Baubranche rechne mit Auftragsrückgängen. In Handel, Gastronomie, Bau und bei privaten Dienstleistung werde ein sinkende Nachfrage erwartet. Das wirke sich aus auf die Zahl der Beschäftigten. Nur neun Prozent der befragten Unternehmen geht davon aus, dass sie demnächst neue Leute einstellen. Bei knapp 30 Prozent der Befragten ist ein Stellenabbau denkbar. Vor allem auf dem Bau und im Handel. (Lediglich die Dienstleistungsbranche melde gegenwärtig eine leichte Verbesserung gegenüber der Vergangenheit. Aber nur jeder zehnte dort glaube an steigende Umsätze.) Trotz aller Schwierigkeiten wollen Betriebe investieren. 74 Prozent planen Ersatzbeschaffungen. Um Innovationen und Kapazitätserweiterung gehe es bei 20 beziehungsweise 24 Prozent der Befragten.

Auch Christian Jurisch, zu dessen Kunden Firmen wie der Automobilzulieferer Schaeffler und der Stahlkonzern Thyssen-Krupp zählen, will mit Subsequent Automotive Testing wachsen. Jurisch sagt: „Wir brauchen jetzt ein Funds für Advertising and marketing und Fachkräftegewinnung“. Gerade letzteres sei in der Lausitz schwierig. Auch deswegen gebe es jetzt einen Standort in Dresden. Sein Umsatz sei gewachsen, um 500 Prozent im Vergleich zur Anfangszeit. Nächstes Jahr rechnet er mindestens mit einer Verdopplung, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Mit Blick auf die Lausitz sieht es da, laut Konjunkturreport, nicht so intestine aus. Um zu sparen werden 15 Prozent der Befragten ihre Produktion oder das Angebot reduzieren. Sieben Prozent erwägen, den Betrieb ganz einzustellen.

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