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Kultur ist kein Kostüm: Kulturelle Aneignung

  • CULTURE

Häufig findet sich in den Sozialen Medien die Diskussion um das Thema der Kulturellen Aneignung aka. Cultural Appropriation wieder. Besonders zu Fasching solltest Du Dir Dein Kostüm noch einmal genauer anschauen: Ist es rassistisch oder stereotypisch? Verletzt es andere Menschen und deren Kultur?

Warum feiern wir Fasching?

So ganz genau lässt sich nicht sagen, wo der Brauch des Faschings, Karneval oder der Fastnacht herkommt: Fasching, wie wir es heute kennen, setzt sich wahrscheinlich aus mehreren früheren Bräuchen zusammen. Im Mittelalter tooth Fasching – oder auch Karneval – dem Aufbrauchen verderblicher Vorräte vor der Fastenzeit. Ein letztes Mal sollten die Menschen nach Lust und Laune ihren Gelüsten folgen. Auch die Alemannen feierten Fastnacht. Die Germanen vertrieben durch wilde und gruselige Kostüme und laute Rasseln und Trommeln böse Dämonen. Zuletzt gibt es noch den Einfluss der Römer: Das Saturnalienfest. Hier tauschten für einen Tag Bedienstete und Herren ihre Plätze und man durfte Kritik an der Obrigkeit ausüben.

An Fasching soll man additionally die Sau raus lassen, die “guten” Sitten verletzen und sich der Obrigkeit widersetzen, laut sein und mit wilden Kostümen böse Dämonen vertreiben. Kurz gesagt: Einfach Spaß haben. Doch oft kommt mit Fasching eine Diskussion einher, die alles andere als Spaß für Betroffene bedeutet: Kulturelle Aneignung.

Bereits 2014 wurde der “Zwarte Piet” vom Amsterdamer Gericht als rassistisch und stereotypisierend erklärt. Viele Menschen sind mit dieser Einschätzung nicht einverstanden und wollen ihre “Custom” nicht aufgeben.

Robin Van Lonkhuijsen/dpa, NNZ

Was ist Kulturelle Aneignung?

Menschen aus dominant Gruppen, etwa weiße Mitteleuropäerinnen, bedienen sich der Kultur einer marginalisierten Gruppe und stereotypisieren diese. Vermeintlich “exotische” Kulturen werden kommerzialisiert und deren Geschichte und Custom vereinfacht.

Warum ist das problematisch?

Die Aneignung der Kultur marginalisierter Gruppen lässt meist deren kulturellen Hintergrund und deren Bedeutung außer Acht. Besonders zu Fasching wird die Kultur einer Gruppe zum “lustigen” Kostüm, dessen Ikonizität aus Stereotypen und Vorurteilen besteht. Beispiele hierfür sind Kostüme, die beispielsweise auf Volksgruppen basieren, wie etwa “Chinese language” oder wichtige Elemente einer Kultur entfremden, wie etwa Federschmuck oder ein Bindi.
Dominante Gesellschaftsgruppen tragen diese Elemente jedoch nur für einen Tag meist zum Spaß und können das Kostüm eben jederzeit ablegen. Das lässt außer Acht, dass Menschen der marginalisierten Gruppen diese Möglichkeit nicht haben und strukturellen Rassismus erfahren. Hier lässt sich Blackfacing, additionally das schwarze anmalen des Gesichts, als Beispiel nennen. And likewise, wenn Thomas Gottschalk behauptet, er könne durch das Blackfacing nachvollziehen, wie sich Schwarze Menschen fühlen, so kann er sich jederzeit das Gesicht waschen und wieder ein privilegierter weißer männlicher Europäer sein. Und damit erfährt er wohl kaum, wie es ist, in einem strukturell rassistischen System zu leben. Von einem Vermischen der Kulturen kann nicht die Rede sein, denn dazu müsste es in beide Richtungen gehen.

Wenn der Wusch geäußert wird, auf Kostüme, wie Indigene:r, Inuit:in oder auch Scheich zu verzichten, sind die Gegenstimmen oft groß, warum man denn in der heutigen Zeit auf alles so empfindlich reagieren müsse. Besonders die neuen Generationen seien ja verrückt, so etwas zu verbieten. Vielleicht ist die neue Technology aber auch einfach weniger Ignorant und empfänglicher für die Stimmen jener, die sich durch solche Kostüme verletzt und diskriminiert fühlen. Solche Kostüme enthnifizieren, immer. Und ja, Bildung beginnt bereits im Kindesalter. Vielleicht sollte man additionally seinem Type erklären, warum es diesmal nicht mit einem Warbonnet auf den Faschingsumzug gehen darf – Und sich gemeinsam eine tolle Different überlegen!

Der sogenannte Warbonnet hat für die indigene Bevölkerung große kulturelle Bedeutung!

Larry W. Smith/dpa, NNZ

In einer Gesellschaft die immer vielfältiger und inklusive wird, sollte man lernen, Rücksicht zu nehmen. Additionally: Fasching soll Spaß machen und mit Kostümen ausgestattet kann man ausgelassen Feiern gehen. Trotzdem sollte man einfach nachdenken bevor man ein Kostüm anzieht!


Tolle Kostüme ohne Kulturelle Aneignung:

09.01.2023, 16:16 Uhr

Diese Faschingskostüme machen Dein Fasching 2023 unvergesslich

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