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IGBCE-Chef Vassiliadis: „Wir sollen die Unternehmen grün machen. Das können wir nicht, wenn sie tot sind“

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„Wir sollen die Unternehmen grün machen. Das können wir nicht, wenn sie tot sind“

In der Industrie drohen weitere Abwanderungen – etwa nach China oder in die USA, so IGBCE-Chef Michael Vassiliadis.  Das Foto wurde im Oktober aufgenommen In der Industrie drohen weitere Abwanderungen – etwa nach China oder in die USA, so IGBCE-Chef Michael Vassiliadis.  Das Foto wurde im Oktober aufgenommen

In der Industrie drohen weitere Abwanderungen – etwa nach China oder in die USA, so IGBCE-Chef Michael Vassiliadis. Das Foto wurde im Oktober aufgenommen

Quelle: dpa/Britta Pedersen

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Trotz der neuen LNG-Terminals warnt IGBCE-Chef Michael Vassiliadis vor zu großem Optimismus. Für die energieintensiven Industrien werde 2023 zur entscheidenden Probe. Bezüglich des angespannten Arbeitsmarkts sprach sich Vassiliadis zudem für einen Zuzug von Fachkräften aus.

Vor einer „Ansammlung von Mega-Herausforderungen“ für die energieintensiven Industrien warnt Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft Bau, Chemie und Energie (IGBCE). Neben dem Arbeitskräftemangel und der der Energiekrise sei vor allem die Transformation eine Herausforderung für viele Unternehmen, sagte er anlässlich der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft am Montag in Hannover.

„Auch, wenn man mancherorts den Eindruck bekommt – wir sind eben nicht über den Berg. Es kommt erst 2023 zur Feuerprobe“, sagte der gelernte Chemielaborant und forderte ein zügiges Krisentreffen in Kanzleramt. Bereits jetzt hätten rund 40 Prozent der Chemiebetriebe ihre Produktion gedrosselt. „Der Peak der Preise struggle nicht Peak des Issues.“ Auch mit den neuen LNG-Terminals sei „das Thema nicht erledigt“.

„Die echten Herausforderungen liegen erst vor uns“, sagte Vassiliadis und forderte eine bessere Prioritätensetzung der Politik. Dabei dürfe es nicht nur um die Bewältigung der aktuellen Krise gehen. „Sondern um die Frage: Wo wollen wir eigentlich hin?“

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Die Transformation sei für die Industrie eine Aufgabe über Jahrzehnte. „Wir sollen die Unternehmen grün machen. Das können wir aber nicht, wenn sie tot sind“, sagte das SPD-Mitglied. Bereits zum Jahreswechsel hatte Vassiliadis eine neu entwickelte Industriepolitik für Deutschland und Europa verlangt.

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Nur so ließen sich die nötigen Anreize für ökologisch tragfähige Investitionen sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen schaffen – und weitere Abwanderungen etwa nach China oder in die USA verhindern.

Angesichts des Arbeitskräftemangels sprach sich Vassiliadis für mehr Zuwanderung aus. „Der Zuzug muss aber so funktionieren, dass auch wirklich Fachkräfte kommen“, betonte er.

Zuwanderung muss Fachkräfte bringen

Dabei sei die Frage umso dringlicher, wie attraktiv Deutschland überhaupt für intestine ausgebildete Talente aus dem Ausland noch ist. „Wir müssen und verabschieden von der Idee, es sei die Vorstellung unendlichen Glücks, in Deutschland anzukommen.“

Doch Migration sei nicht die einzige Lösung, um die vielen offenen Stellen zu besetzen. Ein unterschätzter Faktor sei die berufliche Ausbildung. „Dass eine Ausbildung immer mit 16 Jahren beginnt, ist eine überholte Vorstellung.“

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Zu viele junge Menschen endeten als Schulabgänger ohne Ausbildung. „Die müssen wir stärker erreichen, sind ja schon alle da.“ Außerdem werde großes Potenzial verschenkt, weil aufgrund der mangelhaften Vereinbarkeit von Beruf und Familie die Erwerbstätigkeit vieler Frauen zu niedrig sei.

Die Energiekrise, so Vassiliadis, habe unter der Bevölkerung für einen „neuen Blick“ auf die Gewerkschaften gesorgt. „Die Leute erkennen an, dass wir Leistungen gebracht haben“, sagte der 58-Jährige und nannte als Beispiel die Gaspreisbremse und die erzielten Tarifabschlüsse im zurückliegenden Jahr.

Drittgrößte Gewerkschaft in Deutschland

Auch setzte die Gewerkschaft 3000 Euro steuerfreies Inflationsgeld in vielen Branchen durch. „Das ist nicht nur ein Milliarden-Euro-schweres Inflations-Bollwerk für unsere Leute, sondern auch eine Milliarden-schwere Konjunkturspritze für unsere Volkswirtschaft.“

Vassiliadis rechnete für eine Durchschnittsfamilie im Chemie-Tarifvertrag vor, dass allein die im Januar ausgezahlte erste Tranche des Inflationsgelds von 1500 Euro die erwarteten Energie-Mehrkosten für 2023 abdecken würden.

Bestätigt sieht Vassiliadis sich in der gestiegenen Zahl der neuen Mitglieder in der IGBCE. Es sei intestine gelungen, neue Gruppen zu mobilisieren. „Unsere öffentliche Präsenz zeigt Wirkung.“

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Grund sei der hohe Organizationsgrad bei den Babyboomern, die nun vermehrt aus dem Arbeitsleben und damit meist auch aus den Gewerkschaften ausscheiden, meinte Vassiliadis, der in diesem Zusammenhang von einem „Exodus“ sprach. „Diese Verluste auszugleichen, geht quick nicht mit unserer Demografie.“

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