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Gesundheitstourismus: Schönheitsoperation in der Türkei – riskantes Schnäppchen? – Unterhaltung

“Die Eingriffe in der Türkei sind im Schnitt 30 bis 50 Prozent günstiger als in Deutschland”, sagt Schönheitschirurg Bernd Loos. Er sieht die Reise zur OP in ein anderes Land kritisch. “Der Doktor hat die Patientin oder den Patienten vorher nie gesehen. Wenn sie dort ankommen, und der Arzt sieht, dass der Körper etwas nicht hergibt, wird er die OP wohl nicht mehr absagen.”

An Ausbildung und Können der Chirurgen zweifelt Loos hingegen nicht. Man könne sicher auch in Deutschland einen Fehlgriff bei der Wahl des Chirurgen machen, “aber die Probability ist geringer”.

Bei ihrem ersten Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur im Februar 2022 ist die Hannoveranerin Hamann noch begeistert. Die überschüssige Haut unterm Kinn de ella ist weg, die Wangen sind glatt. Wegen einer kleinen Korrektur fliegt sie im April wieder in die Türkei. Doch statt mit einer korrigierten Wangenstraffung wacht sie mit einer tauben Augenbraue auf.

Zurück in Deutschland habe ihr dann plötzlich ein Faden aus der Wange geschaut. Über die nächsten Monate sei immer deutlicher geworden, dass die Operation nichts gebracht habe, erzählt Hamann heute. Die Haut de ella habe nachgegeben, “ich sehe jetzt wieder aus wie vor der OP”. Auch eine Bekannte, der sie den Arzt empfohlen habe, sei “whole verpfuscht” worden. Pictures zeigen große Narben mittig auf den Beinen, die die Frau einer Oberschenkelstraffung unterziehen ließ.

Beratung und Begleitung von Patienten

Erfahrungen wie diese will die US-Amerikanerin Sarah Muna Kasule verhindern. Die Gründerin der Dienstleister Surgical procedure Savior und Surgical Match und ihre sechs Mitarbeiter beraten und begleiten Touristen, die für Schönheits-oder Gesundheitsoperationen in die Türkei reisen.

“Das Drawback ist, dass die meisten Leute ein Schnäppchen machen wollen”, sagt die Wahl-Istanbulerin Kasule. Dass der Schönheitstourismus im Land boomt, liegt ihrer Meinung nach aber nicht am Preis – sondern an der Qualität.

Türkische Ärzte seien auch wegen der Vielzahl an Behandlungen erfahren und häufig intestine qualifiziert – man müsse nur den richtigen finden. “Für Patienten ist es aber schwierig, zu recherchieren, welche türkischen Ärzte qualifiziert und Mitglieder der richtigen Ärztekammern in der Türkei, Europa oder den USA sind.”

Kasules Angebot umfasst alles von der Übersetzungshilfe, Beratungen bei der Arztsuche bis zu aufblasbaren Stühlen – speziell für Patienten, die nach der Po-Vergrößerung, dem “Brazilian Butt Elevate”, sechs bis acht Wochen lang nicht auf harten Möbeln sitzen dürfen. Ihr gehe es vor allem um die Sicherheit der Patienten, sagt sie.

Berichte über Todesfälle

Immer wieder gibt es Berichte über Touristen, die nach einer Schönheitsoperation in der Türkei sterben. Das britische Außenministerium schreibt in den Reisehinweisen für das Land etwa, dass seit 2019 mindestens 20 Menschen in Folge von “medizinischen Tourismusbesuchen” supervisor seien.

Kasule kennt diese Fälle, aus dem direkten Kontakt zu Patienten, aber auch zum Vorstand der türkischen Tourismus-Vereinigung für Gesundheitsreisen. Viele Ausländer kämen in die Türkei und würden alles auf einmal machen wollen – ein sogenanntes “Mommy-Make-over” zum Beispiel, additionally eine Brust-Operation und eine Bauchstraffung. Das sei eine große Belastung für den Körper – und unter Umständen gefährlich.

Außerdem sei die Nachsorge oft mangelhaft. Häufig werde sie daher nach den Operationen von verzweifelten Patienten kontaktiert, die sie um eine personal Krankenschwester oder andere Begleitungsdienstleistungen bitten.

Die Rentnerin Hamann hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet. Die Klinik habe ihr nun angeboten, den vollen Preis zu erstatten – im Gegenzug für eine Verschwiegenheitsvereinbarung. Mit dem Geld will sie im kommenden Frühjahr bei einem Chirurgen in Hamburg erneut ein Facelift machen lassen.

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