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DSGVO: Umfrage zeigt Unsicherheit bei deutschen Unternehmen | Compliance

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Der Digitalverband Bitkom hat die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema „DSGVO“ vorgestellt: Auch mehr als 4 Jahre nach Inkrafttreten der Neufassung der Datenschutz-Grundverordnung ist bei einem Großteil der deutschen Unternehmen die Rechtsunsicherheit immer sehr sehr noch.

Die meisten Unternehmen sehen zudem den Datenschutz als Hemmnis und als Hindernis bei der Digitalisierung. Ein Vergleich mit den Umfrageergebnissen des Vorjahres zeigt, dass die Skepsis gegenüber der DSGVO sogar noch gestiegen ist.

Repräsentative Bitkom-Umfrage liefert Stimmungsbild deutscher Unternehmen zur DSGVO

Der Bitkom eV, der sich selbst neuerdings als „Digitalverband“ bezeichnet, ist der Branchenverband deutscher Informations- und Telekommunikationsunternehmen (ITK). Er wurde 1999 gegründet und vertritt mittlerweile mehr als 2,000 Unternehmen, die zusammen mehr als 190 Milliarden EUR Umsatz im Jahr generieren und mehr als 2 Millionen Mitarbeitende haben. Zu den Zielen des Bitkom gehört es, bessere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die ITK-Unternehmen zu schaffen. Als Sprachrohr der ITK-Branche befragt dieser regelmäßig Unternehmen zu relevantn ITK-Themen, um Stimmungsbilder zu ermitteln. Am 27.9.2022 hat der Bitkom die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Thema „Datenschutz in der deutschen Wirtschaft: DS-GVO & internationale Datentransfers“ veröffentlicht. Befragt wurden 503 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. Da der Bitkom bereits 2021 eine quick identische Umfrage durchgeführt hat, bietet ein Vergleich der Umfrageergebnisse interessante Einblicke in die Veränderungen der Stimmungslage gegenüber der DSGVO.

Unternehmen sehen DSGVO 2022 noch kritischer als 2021

Die große Mehrheit der Unternehmen sieht die DSGVO nicht als Wettbewerbsvorteil, sondern im Gegenteil als gravierenden Wettbewerbsnachteil an. So sind immerhin 70 % der Unternehmen der Meinung, dass diese keinerlei oder zumindest keine relevantn Wettbewerbsvorteile bringt. 2022 finden deutlich mehr Unternehmen, dass es Deutschland mit dem Datenschutz übertreibt: Waren es 2021 noch 50 % aller befragten Unternehmen, sind es 2022 schon 61 %. Die mit Abstand größte Herausforderung bei der Umsetzung der DSGVO ist für die Unternehmen die Rechtsunsicherheit zu den genauen Vorgaben der DSGVO: 78 % der Unternehmen sind sich nicht sicher, wie sie die Vorgaben konkret umsetzen müssen.

DSGVO: Hemmnis für die Digitalisierung

Im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist die Einschätzung, dass der strenge Datenschutz, den die DSGVO verlangt, die Digitalisierung erschwert. 2021 waren 66% der Unternehmen dieser Ansicht, 2022 sind is 68%. Was aus der Umfrage allerdings auch hervorgeht, ist, dass aufgrund konkreter Vorgaben der DSGVO oder wegen der Unklarheit im Umgang mit der DSGVO 22 % der Unternehmen zusätzliche digitale Instruments einbinden und 34 % Geschäftsprozesse durch neue Software program digitalisieren.

DSGVO: Clouddienste Hauptgrund für Switch personenbezogener Daten in Nicht-EU-Länder

Die Bitkom-Umfrage gibt auch Aufschluss über den Switch personenbezogener Daten in Nicht-EU-Länder und darüber, was sich Unternehmen in diesem Zusammenhang erhoffen. Der mit 89 % wichtigste Grund für den Switch personenbezogener Daten in Länder außerhalb der EU sind Clouddienste, vor allem von amerikanischen Anbietern. Da der Verzicht auf die Verarbeitung personenbezogener Daten in Nicht-EU-Ländern gravierende Folgen für die Unternehmen hätte (z. B. Wettbewerbsnachteile oder Lieferkettenprobleme), erhoffen sich 84 % eine Anpassung der DSGVO und immerhin 55 % eine „harte Linie gegen die USA bei Verhandlungen für internationale Datentransfers“ – 2021 waren es noch 46 % gewesen.

DSGVO: Hilfe durch Aufsichtsbehörden mangelhaft

Viele Unternehmen fühlen sich von den Aufsichtsbehörden im Stich gelassen: Der Bitkom-Umfrage zufolge beklagen 50 % der Unternehmen mangelnde oder mangelhafte Hilfestellungen durch die Aufsichtsbehörden. Dass von Behördenseite diesbezüglich deutlich mehr getan werden muss, zeigt das Umfrageergebnis, dass 20 % der Unternehmen gar nicht bekannt ist, dass es derartige Hilfestellungen überhaupt gibt.

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