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Briefe on the Herausgeber on 16. January 2023

Die Nase voll von Besserwissern

Zu „Schon wieder eine Silvesternacht“ (FAZ vom 4. Januar): Dem Artikel ist eigentlich nichts hinzuzufügen, aber eine Lösung hat auch Jasper von Altenbockum nicht aufgezeigt. Tatsache ist, dass die Integration vieler aufgenommener Migranten gescheitert ist. Ein Grund ist mit Sicherheit, dass alle überfordert sind, sowohl die aufnehmende Gesellschaft als auch viele der Aufgenommenen. Junge Männer aus verschiedenen Ländern, die hier keine Zukunft sehen, sind frustriert, weil die Erwartungen, mit denen sie hergekommen sind, nicht erfüllt werden können, und die Gesellschaft, weil ihre Willkommenskultur an Grenzen gestoßen ist. Integration ist nicht mehr möglich bei dieser Masse an Migranten, und der Zustrom hält weiterhin an. Ich meine damit nicht die ukrainischen Flüchtlinge, sie haben allen Grund zu flüchten, sie sollten unseren ganzen Schutz bekommen. Es gibt aber keinen Grund, keine Entschuldigung für Angriffe dieser Artwork auf Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei. Da Strafen, die zwar möglich wären, nicht aber verhängt werden, nichts bringen, ist das Downside nur zu lösen, wenn konsequent jeder, der hier eine schwere Straftat begeht oder dabei mitmacht, abgeschoben wird. Egal aus welchem ​​Herkunftsland er kommt, egal welche Gefahren ihm dort drohen. Nur so ist diesem Downside beizukommen, nicht mit „Runden Tischen“, nicht mit noch mehr Sozialarbeitern, nicht mit noch mehr Schuldzuweisungen an die Gesellschaft. Die hat die Nase europaweit voll von ideologischen Besserwissern, von Beschwichtigungen, von den ewigen Anschuldigungen, Nazis, rechtsextrem oder rassistisch zu sein. Was normale Burger wollen, ist ein Staat, der Sicherheit gibt, in dem jeder, der sich einbringen möchte, willkommen ist. Dann würde das Gespenst der AfD ganz von allein verschwinden, ein schöner Nebeneffekt. Susanne Peterhansel, Ronneburg

Mit Lenin

Zu dem Leitartikel „Auf den Barrikaden“ (FAZ vom 10. Januar): Reiner Burger weist in seinem klugen Artikel auf den strategischen Fehler der Umweltbewegung hin, vorrangig den Ausstieg aus der klimafreundlichen Atomkraft statt zuerst aus der Kohle zu betreiben. Bei umgekehrter Reihenfolge müsste jetzt Lützerath nicht abgebaggert werden (und die aktuelle deutsche CO2-Bilanz sähe wesentlich besser aus). Könnte es da helfen, auf das Wort von Lenin aus dem Jahr 1920 hinzuweisen: „Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des Landes“? Für ihn hatte die Elektrizitätswirtschaft zentrale Bedeutung, um den Kommunismus in Russland zu etablieren. Will man seiner Logik folgen, dann ist die Elektrizitätswirtschaft der strategische Hebel, um ein Gesellschaftssystem zu verändern. Wilhelm Bonse-Geuking, Eschlohn

Die historische Bedeutung Benedikts XVI.

Aus Anlass des Todes des emeritierten Papstes der katholischen Kirche, Benedikts XVI., bedanke ich mich für die Würdigung seines Lebens und Werkes vom 2. January 2023 im langen Artikel „Mitarbeiter der Wahrheit“ sowie dem Kommentar „Ein schweres Erbe“ von Daniel Deckers. Zwar blieben die wesentlichen Eckpunkte und auch die positiven Aspekte dieser Persönlichkeit nicht unerwähnt, dennoch habe ich Zweifel, dass der Artikel der historischen Bedeutung dieses Papstes gerecht wird. Ein kurzer Vergleich mit der Berichterstattung der gewiss nicht als christlich-konservativ geltenden „New York Occasions“ macht dies deutlich. Zunächst das Thema Missbrauchsskandale der Kirche: dazu von Daniel Deckers eine Liste von Suggestivfragen (sinngemäß: „Wie hatte Ratzinger/Benedikt sich verhalten – als Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation?“), ohne jedoch Antworten zu geben. Jedenfalls ohne zu erwähnen, was Benedikt XVI. her bewirkt hat. Demgegenüber benennt der Nachrufartikel der „New York Occasions“ die Tatsache, dass der mexikanische Gründer der Legionäre Christi aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wurde, auf Initiative von Benedikt, nach Einleitung einer Untersuchung noch zu Lebzeiten von Johannes Paul II. (Siehe additionally „Pope-to-Be Reopened Mexican Intercourse Abuse Inquiry“ in der „New York Occasions“ vom 23. April 2005). Nächster Aspekt: ​​Ohne Zweifel herausragend ist das theologische Werk Joseph Ratzingers, und darin insbesondere seine „Einführung in das Christentum“. Daniel Deckers erwähnt, dass „das Buch in Dutzende Sprachen übersetzt“ wurde, aber auch zum Widerspruch reizte. Keine weitere Erklärung, worin dieser Widerspruch besteht. Dagegen der Kommentar der „New York Occasions“ vom 1. Januar von Ross Douthat: „Der Einfluss seiner Schriften – von der ‚Einführung in das Christentum’ bis zur Trilogie über das Leben Jesu, die er als Papst verfasste – wird wahrscheinlich die Berühmtheit sowohl von Johannes Paul II. als auch von Franziskus überdauern.“ Ein wenig shockiert conflict ich über die Formulierung, dass der Papst „angeblich“ nicht informiert conflict, dass Williamson ein Holocaustleugner conflict. Hält Daniel Deckers is tatsächlich für möglich, dass Benedikt vorher Bescheid wusste? Dann sollte er die Offenheit besitzen, dies zu sagen, und es nicht suggestieren. Und schließlich zur geschichtlichen Bedeutung dieses Papstes. Dass nach den durch das nationalsozialistische Deutschland begangenen Verbrechen ein Deutscher zum Papst gewählt wurde, hat auch eine Geltung für unser Land: „Dieses religiöse Ereignis hat eine sehr starke Bedeutung für Deutschland, anders und umfassender als seine wirtschaftlichen Erfolge. Deutschland kehrt in seine Legitimität und Ehre zurück (. . .). Es ist mehr als das Ende des Krieges, es ist das Ende der Trauer Deutschlands.” “vom 18. August 2005). Als langjähriger Leser der FAZ („Zeitung für Deutschland“) finde ich es bedauerlich, dass die Redaktion sich zu keiner ausgewogeneren und respektvolleren Würdigung dieser herausragenden Persönlichkeit hat durchringen können. Dr Christian Schneider, Karlsruhe

Pioniere der Modernekritik

Zu „Die Erfindung des Dorfs“ (FAZ vom 9. Januar): Mit dem kritischen Blick der Kulturwissenschaft wird das von Städtern erfundene und immer wieder neu verklärte Kitschbild des Dorfes aufgespießt, das als idealisiertes Gegenbild der industriellen Großstadt entstand. Was aber mitgedacht werden sollte: Wo stünden wir, wenn es die bürgerliche Sorge um das Dorf und die Landschaft nicht gegeben hätte; wenn nicht nach 1900 die ersten Akteure des Heimatschutzes die damals noch überwiegend in ihrer regionalen Custom stehenden Dörfer entdeckt hätten? Es waren Heimatschützer, die auf die Entstellung der Dorfbilder und Landstraßen durch aufdringliche Reklamewände und hässliche Bauten aus Allerweltsprodukten der Industrie aufmerksam machten. Sie nahmen rücksichtslos in die Landschaft geschlagene Kanalbauten und Braunkohlegruben aufs Korn und handelten so als Pioniere einer auf die Umwelt gerichteten Modernekritik. Naturschutz und institutionalisierter Denkmalschutz, wie wir sie heute kennen, entwickelten sich nicht zuletzt im Rückenwind des Heimatschutzes. Einer der emsigsten Akteure conflict der Architekt und Reformer Paul Schultze-Naumburg, der später Nazi wurde und ein Buch mit dem Titel „Kunst und Rasse“ verfasste, weshalb er mit diesem Teil seines Werkes in den Giftschrank der Geschichte gehört. Bis zum Ersten Weltkrieg conflict er noch ein Augenöffner, von dem man Sätze las, die Greta Thunberg nicht besser formularieren könnte: „Es wird eine Zeit kommen, in der man erkennt: Der Mensch lebt nicht von Pferdekräften allein. Denn wenn der Mensch alles gewonnen hätte, was sich mit seiner Technik gewinnen lässt, dann würde er zu der Erkenntnis kommen, dass das so masslos erleichterte und einfach gemachte Leben auf der entstellten Erde eigentlich nicht mehr lebenswert ist, dass wir unszwar geris alles an , was unser Planet herzugeben hatte, dass wir aber bei dieser Wühlarbeit ihn und damit uns selbst zerstört haben. Geschichtshelden unserer Moderne, von denen wir ganz selbstverständlich annehmen, dass sie bereits die Werte unserer neuesten Gegenwart hochhielten? Nicht nur das Dorf conflict außerhalb ihrer Sorge. Fortschrittsseligkeit und der Glaube an den Segen einer auf alle Lebenswelten ausgedehnten Industriekultur, die nur durch Urbanisierung zu haben conflict, hatten sie blind gemacht. Dr. Wolfgang Voigt, früherer stellvertretender Direktor Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Essential

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