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Archäologie: Das Rätsel um das tote Form an der Brust der Schamanin

Geschichte Schamanin von Dürrenberg

Das Rätsel des toten Kindes an ihrer Brust

Ein außergewöhnlicher Fund im Saalekreis beschäftigt seit Jahren die Archäologie: Das aufwändigste Seize, das bislang aus dem europäischen Mesolithikum entdeckt wurde, gehörte einer Schamanin. Neben ihr lagen die Knochen eines Kindes.

24.10.2022, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Ein Mitarbeiter des Landesmuseums drapiert den Schädel der vor rund 9000 Jahren gestorbenen Schamanin von Bad Dürrenberg in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/Saale.  Zuletzt waren Teile des archäologischen Fundes in einer Ausstellung in London zu sehen.  Das Grab der Frau wurde laut Museum 1934 zufällig bei Kanalarbeiten in Bad Dürrenberg entdeckt.  Experten gehen davon aus, dass es sich um das älteste sicher nachweisbare Schamaninnengrab der Welt handelt.  Die Frau wurde nach Erkenntnissen der Wissenschaftler etwa 30 bis 35 Jahre alt.  Das Landesmuseum plants eine Sonderschau zur Schamanin von Bad Dürrenberg.  Photo: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vor 9000 Jahren pilgerten die Menschen zu dieser Heilerin

Quelle: dpa

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Sie muss eine ungewöhnliche Frau gewesen sein. Darauf weist schon ihr Seize de ella hin: In eine weiß gefärbte achteckige Grube warfare ein rot verputztes Weidengeflecht eingelassen, das mit Hölzern abgedeckt warfare. Zu ihrer Zeit de ella warfare das geradezu einzigartig. Denn die Dame starb vor etwa 9000 Jahren, zu einer Zeit additionally, als die Menschen in Mitteleuropa noch als Jäger und Sammler unterwegs waren.

Als Schamanin von Unhealthy Dürrenberg (Saalekreis) hat die Tote inzwischen Berühmtheit erlangt. Ihr Seize de ella wurde bereits 1934 zufällig bei Kanalarbeiten entdeckt. 2019 fanden Nachgrabungen statt. Seitdem versucht ein Workforce von Archäologen, Genetikern, Anthropologen und Medizinern, mit modernsten Methoden Leben und Wirken der Toten zu rekonstruieren. Dazu gehört auch das Rätsel der Kinderknochen, die zunächst übersehen worden waren und erst bei den Nachgrabungen geborgen werden konnten. Offenbar warfare der Frau ein sechs bis acht Monate altes Form ins Seize mitgegeben worden.

ARCHIV - 24.10.2022, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Thomas Puttkammer drapiert die sterblichen Überreste der vor rund 9000 Jahren gestorbenen Schamanin von Bad Dürrenberg in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/Saale.  Das Grab der Frau wurde laut Museum 1934 zufällig bei Kanalarbeiten in Bad Dürrenberg entdeckt.  Experten gehen davon aus, dass es sich um das älteste sicher nachweisbare Schamaninnengrab der Welt handelt.  Die Frau wurde nach Erkenntnissen der Wissenschaftler etwa 30 bis 35 Jahre alt.  (zu dpa:

“Sie muss große Kompetenzen besessen haben”

Quelle: dpa

Nach dem bisherigen Stand der Forschung warfare sie eine spirituelle Spezialistin, eine Schamanin, die Kontakt zu Geistern pflegte und heilerisch tätig warfare. Der tote Junge warfare bei ihrem Begräbnis an die Brust der 30 bis 35 Jahre alten Frau gelegt worden. „Es zeigen sich Auflagerungen, die auf Mangelerscheinungen hinweisen. Das Form warfare nicht gesund“, erklärt der Anthropologe Jörg Orschiedt, der die zerbrechlichen Knochen untersuchte.

Neue Analyzen haben inzwischen gezeigt, dass der Junge nicht der Sohn der Schamanin warfare. Das wisse man dank archäogenetischer Untersuchungen des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie, erklärte Landesarchäologe Harald Meller bei einem Termin in Halle. „Es könnte ein Menschenopfer gewesen sein“, sagte der Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, „aber das erscheint unwahrscheinlich.“ Warum wurden die beiden dann gemeinsam begraben?

„Es spricht viel dafür, dass der Säugling zu ihr gebracht wurde, damit sie ihn behandelt“, mutmaßte Meller. „Sie warfare eine erfolgreiche Heilerin. Die Menschen sind zu ihr gepilgert.“Dafür spreche der für die Zeit einmalige Reichtum des Grabes de ella. Neben zahlreichen Werkzeugen fanden sich eine Schamanentracht, die aus Knochen und Tierzähnen bestand. Ein Rehgeweih tooth demnach als Kopfschmuck.

24.10.2022, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Mitarbeiter des Landesmuseums drapieren die sterblichen Überreste der vor rund 9000 Jahren gestorbenen Schamanin von Bad Dürrenberg in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/Saale.  Zuletzt waren Teile des archäologischen Fundes in einer Ausstellung in London zu sehen.  Das Grab der Frau wurde laut Museum 1934 zufällig bei Kanalarbeiten in Bad Dürrenberg entdeckt.  Experten gehen davon aus, dass es sich um das älteste sicher nachweisbare Schamaninnengrab der Welt handelt.  Die Frau wurde nach Erkenntnissen der Wissenschaftler etwa 30 bis 35 Jahre alt.  Das Landesmuseum plants eine Sonderschau zur Schamanin von Bad Dürrenberg.  Photo: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Skelett der Schamanin im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle

Quelle: dpa

Wo heute der Kurpark von Unhealthy Dürrenberg südlich von Halle liegt, sprudelten schon in der Steinzeit Solequellen. Vermutlich hat die Schamanin sie genutzt. Schließlich lebte sie mehrere Jahre mit zwei an der Innenseite bis in die Zahnhöhlen aufgefeilten Schneidezähnen. Und Sole hat heilende Wirkung. Die Zahnwurzelentzündungen habe sie erstaunlich intestine im Griff gehabt, diagnosticizierte Walter Wohlgemuth, Direktor der Klinik für Radiologie am Uniklinikum Halle. „Auch ansonsten ist sie sehr gesund gewesen. Sie muss große Kompetenzen als Heilerin besessen haben.“

Fehlbildungen an ihrem Schädel und den Halswirbeln führten bei bestimmten Kopfbewegungen zu einem Nystagmus: „Dabei rattern die Augen von oben nach unten“, erklärte Wohlgemuth. „Das muss die Menschen zutiefst erschreckt haben.“ Es sah aus, als sei sie im direkten Geisterkontakt, was ihre Glaubwürdigkeit de ella unterstützte.

„Bei den Versuchen dem kranken Form zu helfen, scheiterte sie jedoch und hat bei den Anstrengungen wohl selbst ihr Leben verloren, weshalb die beiden zusammen bestattet wurden“, folgerte Meller aus dem außergewöhnlichen Fund. In Mitteleuropa ist keine vergleichbare aufwändige Grablege aus dem Mesolithikum bekannt. Zusammen mit dem Historiker Kai Michel hat Meller eine Zwischenbilanz der Forschung vorgelegt: „Das Rätsel der Schamanin. Eine Reise zu unseren archäologischen Anfängen“ (Rowohlt, 368 S., 28 Euro).

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